Heute habe ich beim 35. Landeserntedankfest in Grabow erlebt, wie eng Landwirtschaft und ländlicher Raum in Mecklenburg-Vorpommern miteinander verbunden sind. Unter dem Motto „Tüffeln, Trecker un Tohuus“ geht es für mich beim Erntedank nicht nur um den Rückblick, sondern auch um den Blick nach vorn.
Der Tag begann mit dem Erntedankgottesdienst in der Grabower St. Georg Kirche. Anschließend zog ein beeindruckender Ernteumzug mit mehr als 100 Wagen, Fußgruppen und Schaubildern durch die Stadt. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Landrat Stefan Sternberg, Bürgermeisterin Kathleen Bartels und vielen Kolleginnen und Kollegen aus dem Landtag konnten wir die Vielfalt unserer Region erleben.
Es folgte die Übergabe der Erntekrone durch die Landfrauen an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Gleichzeitig wurde der Staffelstab für das Landeserntedankfest 2027 an Lohmen im Landkreis Rostock und Bürgermeister Bernd Dikau übergeben.
Die Ernte 2026 fällt unterschiedlich aus: Beim Winterweizen liegen die Erträge bei rund 84,5 Dezitonnen je Hektar, bei der Wintergerste bei knapp 89 Dezitonnen. Beim Raps sind es dagegen nur knapp 29 Dezitonnen.
Doch eine gute Ernte bedeutet noch lange kein gutes Wirtschaftsjahr. Steigende Kosten für Dünger, Energie, Maschinen und Reparaturen treffen auf teilweise niedrige Erzeugerpreise. Gerade in Teilen der Tierhaltung ist die Lage angespannt.
Für mich ist deshalb klar: Wer regionale Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern will, braucht starke regionale Betriebe. Landwirtschaft schafft Lebensmittel, Arbeitsplätze und Wertschöpfung – auf den Höfen ebenso wie in Molkereien, Mühlen, Bäckereien und im Lebensmittelhandwerk.
Das Landeserntedankfest macht diese Verbindung sichtbar: regionale Anbieter, Jagd und Fischerei, Produkte aus unserem Land, plattdeutsche Kultur, Musik und Erntewagen zeigt, was unser Land zu bieten hat.
Erntedank heißt für mich deshalb: Danke sagen für die Leistung unserer Landwirtinnen und Landwirte – und zugleich Verantwortung dafür übernehmen, dass Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auch künftig hier bei uns eine Perspektive haben.